AG 1.2 DEUTSCH ALS ZWEITSPRACHE IM KONTEXT SOZIALER INTEGRATION IN DEN DEUTSCHSPRACHIGEN LÄNDERN: BERUFLICHE AUS- UND WEITERBILDUNG IM FOKUS
 
DaF- und DaZ-Massnahmen für Migrantinnen und Migranten werden von Politik und Gesellschaft oftmals undifferenziert im allgemeinen Bereich der sozialen Integration verortet. Es stellt sich aber die Frage, wozu die sprachlichen Massnahmen und Programme dienen sollen und wer die jeweilige Zielgruppe darstellt. Es gilt denn auch primär zu unterscheiden zwischen schulischer und nicht-schulischer Sprachbildung. Gerade das Thema der beruflichen Aus- und Weiterbildung von (neu) zugewanderten Jugendlichen und Erwachsenen gewinnt im Kontext der neuen Aktualität an immenser Bedeutung: Zahlreiche junge Menschen im berufsfähigen Alter sind in den letzten Monaten in deutschsprachigen Ländern angekommen, insbesondere in Deutschland und Österreich, zunehmend aber auch in der Schweiz und Südtirol. Diese Gruppe ist heterogen zusammengesetzt, gerade auch bezüglich ihres Bildungshintergrunds. Während die einen noch eine entsprechende berufliche Ausbildung benötigen, verfügen andere bereits über eine Berufsqualifizierung, bräuchten ggf. aber sprachliche Fördermassnahmen und/oder eine länderspezifische Umschulung.
 
Vor diesem Hintergrund befasst sich diese AG mit den Entwicklungen und Erfahrungen in Zusammenhang mit DaZ im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung im deutschsprachigen Europa mit spezifischem Fokus auf Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für den Schlussbericht sollen durch die AG-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer bestehende auf Berufsausbildung bezogene bildungspolitische Ansätze und DaZ-Massnahmen dokumentiert sowie systemische Lücken und drängende Bedürfnisse eruiert werden. Es soll eine Ist- und Soll-Analyse erstellt werden, wobei multiperspektivisch vorgegangen wird: Im Schlussbericht sollen die Erfahrungen und Anliegen von Vertreterinnen und Vertretern der öffentlichen Verwaltung, Forschung und Praxis aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Eingang finden sowie exemplarisch ergänzende Stimmen von Expertinnen und Experten aus einer ausgewählten deutschsprachigen Region und/oder dem Europarat. Es ist zu erwarten, dass die Berichte der in unterschiedlichen Institutionen aktiven AG-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer teilweise konträr ausfallen werden. Die potentielle Gegensätzlichkeit der individuellen Berichte soll aber nicht als Problem, sondern als Anreiz aufgefasst werden für eine komplementäre Synthese, welche genau die länderspezifischen gesellschafts- und bildungspolitischen Spannungsfelder umreisst und in eine sprachenpolitische Resolution einfliesst.
 
Leitung:
Mi-Cha Flubacher / Institut für Sprachwissenschaft Universität Wien (AT), This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Rudolf de Cillia / Institut für Sprachwissenschaft Universität Wien (AT), This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
 
Mitarbeit:
Andrea Daase / Universität Bielefeld (DE)
Verena Debiasi / Sprachenzentrum Bozen (IT)
Silvia Demmig / Universität Jena (DE)
Rolf Erdmeier / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Regionalstelle Bielefeld (DE)
Barbara Haider / Volkshochschule Wien (AT)
Christian Kloyber / Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (AT)
Liana Konstantinidou / Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CH)
Rosa-Maria Rizzo / machbar Bildungs-GmbH (CH)
Myriam Schleiss / Staatssekretariat für Migration (CH)
 
Letzte Aktualisierung: 05.02.2017