AG 2.2 DIE MITTLERORGANISATIONEN UND DIE AUSWÄRTIGE SPRACH- UND KULTURPOLITIK DER DEUTSCHPRACHIGEN LÄNDER IN GESCHICHTE UND GEGENWART UND IHRE STRATEGIEN FÜR DIE ZUKUNFT
 
Bericht der Arbeitsgruppe
 
Der Gegenstandsbereich dieser AG lässt sich durch vier Themenschwerpunkte (I-IV) erschliessen, die exemplarisch anhand einiger ausgewählter Fragestellungen aufgegriffen werden. Die wichtigsten Mittlerorganisationen und Institutionen (I) der deutschsprachigen Länder werden vergleichend dargestellt (Rechtsform, Zweck, Finanzierung, Verbreitung, Vernetzung, Kooperationen mit anderen Institutionen im In- und Ausland etc.). In diesem Zusammenhang soll das Wirken der Mittlerorganisationen, anderer Institutionen und Akteure – nach aussen – eruiert werden. Dabei sind folgende Fragen denkbar: Was ist deren sprach-, kultur- und bildungspolitischer Auftrag? In welchen Ländern und Regionen der Welt sind sie vertreten? Wie sind sie in den Bildungssystemen der verschiedenen Länder verankert? Welche Rolle spielen sie? Welche „typischen“ Aktionen entfalten sie? Wird deren Wirkung evaluiert, wenn ja, wie und welche Ergebnisse liegen vor?

Die wichtigsten Tätigkeitsbereiche (II) der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik AKBP der deutschsprachigen Länder werden erschlossen und deren Impact analysiert. Schwerpunkte sind etwa: Sprachförderung durch DaF-Kursangebote, Kulturvermittlung/Vermittlung landeskundlicher Inhalte und Informationen, Prüfungssysteme, Weiterbildung von Lehrpersonen, Vermittlung von Know-how, Qualitätssicherung und Professionalisierungsmassnahmen, Stipendiensysteme, Austauschprogramme u.a.; in diesem Zusammenhang sollen auch Ziele, Inhalte und strategische Massnahmen der Umsetzung durch Mittlerorganisationen und ähnliche Institutionen verglichen und analysiert werden.

Auch die entgegengesetzte Wirkungsrichtung – von aussen nach innen – soll betrachtet werden: Wie werden die Bedürfnisse und Interessen an DaF weltweit (III) erfasst und berücksichtigt? Wie wird die Nachfrage der Betroffenen (Lehrpersonen, Schüler/innen, Studierende usw.) erhoben? Welche Institutionen und Akteure spielen dabei eine Rolle? Welche spezifischen sprachlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und (bildungs-)politischen Interessen werden in verschiedenen Ländern sichtbar? Wird die Wahrnehmung der Mittlerorganisationen, anderer Institutionen und Akteure durch sprach-, bildungs- und kulturpolitisch Verantwortliche im Ausland systematisch erfasst? Wenn ja, wie? Welche Ergebnisse liegen vor?  

Auch grundsätzliche Aspekte sollen zur Sprache kommen. So soll erarbeitet werden, welche Rolle der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik AKBP in der Aussenpolitik der deutschsprachigen Länder (IV) zukommt. Folgende Schwerpunktthemen können aufgegriffen werden: Lässt sich AKBP als Teilaspekt der „cultural diplomacy“ der deutschsprachigen Länder verstehen? Sind die Mittlerorganisationen (finanziell und/oder institutionell von ihrem rechtlichen Status her) in die Aussenpolitik der deutschsprachigen Länder eingebunden? Gibt es übergeordneten Strategien, die dabei zum Tragen kommen?

Angesichts der Vielzahl der mit dem Thema verbundenen Fragestellungen wird sich die AG zunächst auf einige zentrale, für das Verständnis des Gegenstandkomplexes wesentliche Schwerpunkte und Fragestellungen festlegen; andere werden ggf. ergänzt. Quellentexte, Befragungen, Studien und vorliegende wissenschaftliche Arbeiten zu den Schwerpunkten werden bereitgestellt, erarbeitet und (ggf. auf der Grundlage diskursanalytischer Methoden) diskutiert; die Ergebnisse werden systematisch erfasst und zusammenfassend dargestellt.
 
Leitung:
Joachim Hoefele / Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Winterthur (CH), This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Mitarbeit:
Benjamin Hedzic / Schule Sarajewo (BA)
Irena Horvatic Bilic / z.Zt. Präsidentin Kroatischer Deutschlehrerverband (IDV Mitglied), Lehrstuhl für Fachfremdsprachen, Juristische Fakultät, Universität Zagreb (HR)
Katarina Körner / Österreich-Institut (AT)
Nicola Kraml / Universität Wien (AT)
Christian Müller / DAAD, Direktor der Abteilung Strategie (DE)
Brigitte Sorger / Universität Wien/Pädagogische Hochschule Wien (AT)
Nivin El-Sioufy / Goethe-Institut, Bereichsleiter Bildungskooperation Deutschland (DE)
NN / EDA/EDK (CH)

Letzte Aktualisierung: 30.05.2017