AG 2.3 SPRACHPOLITISCHES HANDELN VON VERBÄNDEN
 
Diese Arbeitsgruppe möchte der Grundfrage nachgehen, was in unserer Gegenwart die wichtigsten „kern“-politischen Aufgaben eines Verbandes sind und wie diese konkret umgesetzt werden können. Dabei soll das Augenmerk sowohl auf den einzelnen Verband und seine speziellen Bedürfnisse und Herausforderungen gerichtet werden, wie auch auf die besonderen Möglichkeiten, welche eine internationale Verflechtung von Verbänden bieten kann. Der IDV als Dachverband vernetzt seit einem halben Jahrhundert Deutschlehrendenverbände über alle Erdteile hinweg. Für diese internationale Interessengemeinschaft gilt, dass ihre Mitglieder - bei teilweise völlig unterschiedlichen Ausgangsbedingungen - grundlegende gemeinsame Zielsetzungen verfolgen.
 
Als übergeordnetes politisches Ziel ist die Schaffung bestmöglicher Arbeitsbedingungen für Deutschlehrende, zusammen mit der Bildung und Verstärkung ihres beruflichen Selbstverständnisses, zu nennen. Einzelne damit zusammenhängende politische Ziele der Verbandsarbeit (auf nationaler sowie internationaler Ebene) sollen in der Arbeitsgruppe gesammelt und Vorschläge für konkrete politische Handlungsmöglichkeiten zu ihrem Erreichen erarbeitet werden.
 
Ein parallel damit einhergehendes, übergeordnetes sprachenpolitisches Ziel ist die angemessene Positionierung von DaF/DaZ im Kontext einer erweiterten Fremdsprachenvermittlung. In einer sich ständig näher rückenden Welt ist der Erwerb von mehreren Fremdsprachen erforderlich und sinnvoll, während eine Konkurrenzsituation von einander sich ausschließenden Fremdsprachen nicht die dringend notwendige Erschließung von vielfachen Sprachkulturen ermöglicht. Diese Erkenntnis wird aber weiterhin auf institutioneller Ebene viel zu wenig wahrgenommen. Hier müssen die Fachverbände künftig verstärkt ein Wort mitreden. Die Arbeitsgruppe wird die Situation der institutionellen Vermittlung von Fremdsprachen in einzelnen Ländern feststellen und konkrete politische Handlungsmöglichkeiten vorstellen.
 
Zur Erreichung der übergeordneten sprachenpolitischen Ziele (die viele weitere in sich bergen) kann politische Überzeugungsarbeit - Lobbyarbeit im neutralen Sinne - beitragen. Unsere Kernfrage lautet daher: Auf welche Weise können sich Verbände bei wichtigen politischen Entscheidungsträgern Gehör für ihre besonderen Anliegen verschaffen? Wie kann die Suche nach Unterstützung (inklusive Zusammenarbeit mit Mittlerorganisationen) aussehen?
Als Basis für diese Überlegungen sollen best-practice-Beispiele der Verbände versammelt werden. Teilweise auf dieser Grundlage können allgemeingültige Handlungsvorschläge für Verbände erarbeitet werden. Gleichzeitig sollen aber auch Probleme der Lobbyarbeit ans Licht gebracht werden: Woran liegt es, dass diese oft nicht funktioniert?
Das Thema „Sprachenpolitisches Handeln von Verbänden“ soll demnach in zwei Hauptaspekte aufgefächert werden:

1. Beitrag zur Schaffung bestmöglicher Arbeitsbedingungen für Deutschlehrende
  • Wie sehen die Arbeitsbedingungen für DaF/DaZ in den unterschiedlichen Ländern derzeit aus?
  • Welcher Einsatz für den eigenen Arbeitsbereich/Werbung für Deutsch/ ist möglich?
  • Wie kann sich ein Verband als „Lobby-Organisation“ hier einbringen?
  • Best-practice-Beispiele an Lobbyarbeit von einzelnen Verbänden
  • Probleme und Grenzen der Lobbyarbeit: Welche liegen bisher vor und was könnten die Gründe dafür sein?
  • Erarbeitung von allgemeingültigen politischen Handlungsvorschlägen für Deutschlehrer/innen/verbände

2. Beitrag zur Positionierung von DaF/DaZ im Kontext einer erweiterten Fremdsprachenvermittlung

  • Wie ist allgemein die institutionelle Situation der Fremdsprachenvermittlung im Land beschaffen?
  • Welche Rolle spielt dabei Deutsch als zweite Fremdsprache/als Drittsprache?
  • Welche Rolle spielt die zunehmende Migration?
  • Welche Rolle kann die Vernetzung mit anderen Fremdsprachenverbänden spielen?
  • Wie kann sich ein Verband als „Lobby-Organisation“ hier einbringen?
  • Best-practice-Beispiele an Lobbyarbeit von einzelnen Verbänden
  • Probleme und Grenzen der Lobbyarbeit: Welche liegen bisher vor und was könnten die Gründe dafür sein?
  • Gewinnung von allgemeingültigen politischen Handlungsvorschlägen für Deutschlehr/innen/verbände
 
Alina Dorota Jarzabek / (PL) - Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband – IDV
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René Koglbauer / Newcastle University (GB), Association for Language Learning Großbritannien, This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
 
Mitarbeitende:
Kirsi Aaltonen-Kiianmies / Finnischer Deutschlehrerverband (FI)
Olaf Bärenfänger / FaDaF - Fachverband Deutsch als Fremdsprache (DE)
Keith Cothrun / AATG - American Association of Teachers of German (US)
Charles-Antoine Djokouehi / AGERESCI - Association des Germanistes de l’Enseignement Secondaire de Côte d‘Ivoire (CI)
Hanan Ezzat / ÄDV - Ägyptischer Deutschlehrerverband (EG)
Catherine Gosling / Australischer Deutschlehrerverband Australien (AU)
Yvonne Herrmann-Teubel, Cornelia Gick / Schweizer DaF/DaZ-Verbände: AkDaF&Ledafids (CH)
Angelika Hrubesch / ÖDaF - Österreichischer Verband für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache (AT)
Ekadewi Indrawidjaja, Hartono Pangi / Indonesischer Deutschlehrerverband (ID)
Larissa Kulpina / Überregionaler Deutschlehrerverband Russland (RU)
Josianne Richter / ABraPA - Brasilianischer Deutschlehrerverband (BR)
Nadežda Zemaníková / SUNG - Slowakischer Deutschlehrer- und Germanistenverband (SK)
 
Letzte Aktualisierung: 19.1.2017