AG 2.4 DEUTSCH ALS SPRACHE DES DEUTSCHSPRACHIGEN (DISKURS- UND KULTUR-)RAUMS. VERMITTLUNG DER SPRACHLICHEN UND KULTURELLEN PLURALITÄT DES DACHL-RAUMS IN DAF
 
Bericht der Arbeitsgruppe
 
„Im Deutschunterricht und daher auch in Lehrwerken und Zusatzmaterialien müssen Informationen über den ganzen deutschsprachigen Raum berücksichtigt werden. (…) Die Vielfalt von regionalen Varietäten der deutschen Sprache stellt eine wichtige Brücke zwischen Spracherwerb und Landeskunde dar. Diese Vielfalt (…) soll für die Lernenden am Beispiel geeigneter Texte und Materialien erfahrbar werden.“

So steht es in den wegweisenden ABCD-Thesen zur Rolle der Landeskunde im Deutschunterricht aus dem Jahr 1990. Ein Vierteljahrhundert später scheint der Anspruch, dass sich das „Deutsch“ in „Deutsch als Fremdsprache“ auf mehr als ein Land bezieht, im Fach DaF aber noch keine wirklich gelebte Praxis zu sein. Die Forderung allerdings nach einer Berücksichtigung des gesamten amtlich deutschsprachigen Raums in DaF besteht weiter. Als „DACH-Prinzip“ steht sie für die grundsätzliche Anerkennung der kulturellen und sprachlichen Diversität des DACHL-Raums im Deutschunterricht bei der Entwicklung von Lehr-/Lernmaterialien und auch in der LehrerInnenbildung (IDV 2008/2013).

In dieser Arbeitsgruppe soll folgenden Fragen nachgegangen werden: Auf welchen sprachpolitischen, konzeptuellen und didaktischen Grundlagen basiert die Vermittlung der Pluralität des DACHL-Raums eigentlich? Wie steht es einerseits um die grundsätzliche Akzeptanz des DACH-Prinzips bei Mittlerorganisationen, Prüfungsinstitutionen und Lehrmaterialentwicklern bzw. im IDV und seinen Verbänden und wie zeigt sich andererseits die konkrete Berücksichtigung des DACH-Prinzips z. B. in der Fachwissenschaft, Unterrichtspraxis und Aus- und Fortbildung von Lehrpersonen? Was bräuchte es, um die DACH-Idee in DaF nachhaltig zu etablieren?

Die Vermittlung von Deutsch als Sprache des deutschsprachigen Raums in DaF soll kritisch hinterfragt und gegebenenfalls weiterentwickelt werden. Die Arbeitsgruppe untersucht die konzeptuelle Basis des DACH-Prinzips, beleuchtet die fachwissenschaftliche und unterrichtspraktische Verankerung  und formuliert Vorschläge und Desiderate für die (künftige) Erforschung, Umsetzung und Etablierung des DACH-Prinzips in Deutsch als Fremdsprache.

Leitung:
Martin Baumgartner, Direktor des Schweizerischen Zentrums für die Mittelschule / Centre suisse de l'enseignement secondaire II (www.zemces.ch) (CH), E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. ;
Naomi Shafer, Universität Freiburg/Fribourg (CH). E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Mitarbeit:
Claus Altmayer / Universität Leipzig (DE)
Geraldo de Carvalho / Der Internationale Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband - IDV (BR)
Manuela Glaboniat / Universität Klagenfurt (AT)
Sara Hägi-Mead / TU Dresden (DE)
Lara Hedžić / Universität Sarajevo (BA) und Bosnisch-herzegowinischer Deutschlehrerverband
Martin Herold / Deutsche Auslandsgesellschaft, Lübeck (DE)
Angela Kilimann / Ernst Klett Sprachen GmbH, München (DE)
Andrea Mackensen / Cornelsen Verlag (DE)
Annegret Middeke / Fachverband Deutsch als Fremd- und Zweitsprache e.V. (FaDaF) und Universität Göttingen (DE)
Anne Pritchard-Smith / Universität Wien (AT)
Hannes Schweiger / Universität Wien (AT)
Nora Tahy / Hueber Verlag (DE)
 
Letzte Aktualisierung: 18.4.2017