CH-FÄCHER: LAND UND LEUTE
 
Ein- und Auswanderungsland
Seit Beginn des letzten Jahrhunderts hat sich die Einwohnerzahl der Schweiz gut verzweieinhalbfacht: von 3,3 Millionen (1900) auf 8,3 Millionen (2015). Zwei Millionen und damit rund ein Viertel der in der Schweiz lebenden Personen sind nicht Schweizerbürger, also Ausländer. Die Schweiz ist – wie fast alle wohlhabenden westlichen Staaten der Welt – ein Einwanderungsland und zählt heute zu den am dichtesten besiedelten Staaten Europas.

Die Schweiz ist nicht Mitglied der Europäischen Union (EU). Sie regelt ihr Verhältnis zur EU mit den sogenannten Bilateralen Verträgen. Ein wichtiges Thema dieser Verträge ist die Personenfreizügigkeit, also die Freiheit, in einem anderen Land als dem Heimatland wohnen und arbeiten zu dürfen. Zentral ist zum einen der Abbau von Personenkontrollen und zum andern die Arbeitnehmer-Freizügigkeit, das Niederlassungsrecht, das Aufenthaltsrecht, die Anerkennung von Ausbildungsbescheinigungen sowie die Freizügigkeit betreffend Sozialversicherungen.

Doch es gibt nicht nur Ausländer in der Schweiz, sondern auch Schweizer im Ausland: die Auslandschweizer. Sie machen etwa einen Zehntel aller Schweizer Staatsangehörigen aus und werden oft auch die Fünfte Schweiz genannt (gewissermassen als Fortsetzung der vier schweizerischen Sprachregionen).
 
Von Köpfen und Zahlen
Seit 2002 wird jedes Jahr ein «Schweizer des Jahres» gewählt. 2003 wurde dem Tennisprofi Roger Federer diese Ehre zuteil. Am 16. Juli 2017 hat Federer nun zum achten Mal das Tennisturnier in Wimbledon gewonnen und ist dadurch mehr in den Schlagzeilen denn je. Er ist zweifellos der beste Schweizer Tennisspieler – Stan Wawrinka (Schweizer des Jahres 2013) ist aber auch gut! Dieser Cartoon zeigt übrigens einmal mehr das von freundschaftlichen Neckereien gekennzeichnete Verhältnis von Deutschweizern und Welschen (Wawrinka ist französischsprachiger Schweizer): «Quel inlassable travailleur!» «Il mériterait d’être élu suisse allemand de l’année!» («Welch unermüdlicher Schaffer!» «Er verdient es, zum Deutschschweizer des Jahres ernannt zu werden!»).

Aber natürlich geht die Auszeichnung «Schweizer des Jahres» nicht nur an Sportler, sondern etwa auch an Personen, die im medizinischen Bereich Ausserordentliches leisten. Einer der berühmtesten Schweizer überhaupt war wohl Henri Dunant (1828 bis 1910), der Gründer des Roten Kreuzes. Das Symbol zum Schutz der Verwundeten und des Hilfspersonals ist ja übrigens die Umkehrung der Schweizer Flagge, das leicht und weithin erkennbare rote Kreuz auf weissem Grund.

Doch die Schweiz zeichnet sich nicht nur durch Köpfe aus: Auf den neuesten Banknoten – erst die Fünfziger- und die Zwanzigernote sind im Umlauf – sind Hände zu sehen.
 
Zusammengestellt von Katrin Burkhalter, Universität Freiburg/CH