FACHPODIEN
 
Wie in früheren Jahren gibt es am Donnerstagnachmittag von 15:30-17:00 Uhr mehrere parallele Fachpodien. Sie bieten Gelegenheit, aktuelle Fragen des Fachs zu diskutieren.
 
Fachpodium 1: Welche Brücken braucht es zwischen Theorie, Forschung und Praxis in DaF/DaZ? Wissenschaft(ler/innen) und Unterricht(ende) im Dialog
Mit Deutsch als Fremd- und Zweitsprache kann man sich sowohl unterrichtspraktisch als auch fachwissenschaftlich auseinandersetzen. Idealerweise inspirieren und ergänzen sich die Praxis- und Forschungsperspektiven gegenseitig. Doch welche Brücken bestehen zwischen Unterricht und Wissenschaft tatsächlich?
Gegenstand dieses Podiums ist der Dialog zwischen Theorie, Forschung und Unterricht im Fach DaF/DaZ. In der Podiumsdiskussion soll reflektiert werden, was Wissenschaftler/innen und Unterrichtende verbindet, aber auch unterscheidet. Es soll danach gefragt werden, wie die angewandte Forschung Fragen aus der Praxis aufnimmt und untersucht, aber auch wie die Ergebnisse der Studien in sprachpolitische Entscheide, Lehrpläne, Lehr-/Lernmaterialien, Prüfungen oder in den Unterricht zurückfliessen können. Die Diskussion soll Einblicke geben, womit sich Forschende im Fach DaF/DaZ zurzeit befassen – und womit sich Studien aus Sicht der Praxis befassen sollten.
Durch diesen Meinungs- und Erfahrungsaustausch hat das Podium zum Ziel, Möglichkeiten zur Optimierung des Dialogs zwischen Theorie, Forschung und Praxis im Fach DaF/DaZ herauszuarbeiten. Anhand vergangener und aktueller fachlicher Entwicklungen sollen Chancen und Herausforderungen für bestehende und Desiderata für neue Verbindungen zwischen Wissenschaft(ler/innen) und Unterricht(enden) diskutiert werden.

Leitung: Nicole Marx / Universität Bremen
 
Teilnehmende:
- Raphael Berthele / Universität Fribourg
- Hermann Funk / Universität Jena
- René Koglbauer / Universität Newcastle
- Karen Schramm / Universität Wien

Fachpodium 2: Kulturelle und sprachliche Diversität im deutschsprachigen Raum – Problem oder Chance für den Deutschunterricht? Ziele, Inhalte und Methoden sprach- und kulturbezogenen Lehrens und Lernens 

Der amtlich deutschsprachige Raum ist bekanntlich alles andere als einheitlich und uniform. Was bedeutet diese kulturelle und sprachliche Diversität und Vielfältigkeit für den Deutschunterricht?
Im ersten Teil des Podiums wird gefragt, was mit „Kultur(en?)“ des deutschsprachigen Raums überhaupt gemeint ist. Wie kann man diesen Gegenstand fassen, unterrichtsnah erforschen und für die Praxis nutzbar machen? Welche (landeskundlichen und/oder kulturwissenschaftlichen) Inhalte sollen mit welchen Zielen auf welche Weise gelehrt, gelernt und evaluiert werden? Und wie kann dabei die Vielfalt des DACHL-Raums angemessen berücksichtigt werden?
Im zweiten Teil des Podiums geht es um die Diversität (in) der deutschen Sprache. Deutsch ist genauso bunt und vielfältig wie die Länder und Regionen, in den es zu Hause ist. Wie wird bzw. wie soll im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache mit standardsprachlicher, regionaler und dialektaler Variation umgegangen werden? Wie wirken sich unterschiedliche Zielgruppen, Lernorte, Lernziele oder Sprachniveaus auf den (rezeptiven) Umgang mit sprachlicher Vielfalt aus? Welche Normen sollen wir als Deutschlehrer/innen vermitteln?
Ist sprachliche und kulturelle Heterogenität ein Problem für das Lehren und Lernen von Deutsch? Oder am Ende sogar eine Chance? In diesem Podium soll diskutiert werden, ob Forscher/innen oder Praktiker/innen die Vielfältigkeit des DACHL-Raums am besten einfach ignorieren oder ob sie sich doch irgendwie in die Theorie und Praxis von DaF/DaZ integrieren lässt – und wenn ja, wie.
 
Leitung: Sara Hägi-Mead / Technische Universität Dresden
 
Teilnehmende:
- Nivin El-Sioufy / Goethe-Institut München
- Martin Herold / Deutsche Auslandsgesellschaft
- Malick Ndao / Multiplikator für DaF und Vorsitzender des Senegalesischen Deutschlehrerverbands
- Hannes Schweiger / Universität Wien

Fachpodium 3: Fluch oder Segen? Prüfen und Testen in der DaF-/DaZ-Praxis im internationalen Vergleich – ein Erfahrungsaustausch
Ob unterrichtsbegleitende Lernkontrollen, Selbstbeurteilung mit Portfolio, Abschlussexamen, Einstufungsprüfungen oder internationale Zertifikate: Das Beurteilen und Überprüfen sprachlicher Leistungen und Entwicklungen ist aus dem Deutschunterricht nicht wegzudenken.   
Doch was bedeuten Prüfungen und Tests eigentlich für die Unterrichtspraxis, also für Lehrende und Lernende? Ist kursbegleitende Beurteilung nur ein notwendiges Übel – oder auch eine nützliche Chance für das Weiterlernen? Was sind gute Prüfungen und Tests und wie können sie den Deutscherwerb sinnvoll unterstützen?
Und welchen Stellenwert haben internationale Deutsch-Zertifikate in unterschiedlichen Ländern und Kontexten? Welche Vor- und Nacheile, Einflüsse und Auswirkungen sind mit solch standardisierten Sprachnachweisen verbunden? Was ist ihre Rolle, Aussagekraft und Nützlichkeit, z. B. für den Hochschulzugang oder Arbeitsmarkt, und wo ist ihr Wert begrenzt?
In diesem Podium werden unterrichtsnahe und standardisierte Kontexte der Fremd- und Selbstbeurteilung in unterschiedlichen Ländern und Institutionen beleuchtet und verglichen. Durch einen Austausch praktischer Erfahrungen und Best Practice Beispiele sowie durch eine Diskussion aktueller fachlicher Entwicklungen und Forschungstendenzen soll das Podium eine Plattform bieten, neue Kenntnisse, Anregungen und Ideen für die eigene Beurteilungspraxis mitzunehmen.
 
Leitung: Karin Kleppin / Universität Bochum
 
Teilnehmende:
- Hans-Joachim Althaus / TestDaF-Institut
- Fernando Gil Andrade / Goethe-Institut Rio de Janeiro
- Beate Helbig-Reuter / Zentralstelle für das Auslandsschulwesen
- Michaela Perlmann-Balme / Goethe-Institut Deutschland
- Thomas Studer / Universität Fribourg

Fachpodium 4: Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer im Fokus: Selbstverständnis, Berufsethos und Berufsleitbilder
Im DaF- und DaZ-Kontext unterrichten Personen mit unterschiedlichen Aus- und Weiterbildungen, Qualifikationen und demzufolge auch Vorstellungen über den Beruf DaF-/DaZ-Lehrer/in. Metaphern wie die Lehrperson als Gärtner/in, Animateur/in oder Sozialarbeiter/in, wie man sie in der Fachliteratur bisweilen antrifft, widerspiegeln die diversen Vorstellungen, wie Lehrende sich selbst im Unterricht sehen. Massgeblich beeinflusst werden diese Rollenverständnisse auch durch unterschiedliche Lehr- und Lerntheorien, Lehr- und Lernkulturen und Lehr- und Lernkontexte.
In diesem Podium zum Berufs- und Selbstverständnis von Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern geht es um Fragen wie: Welche Faktoren – wie z. B. Status, Ausbildung, Haltungen, Werte, Zielgruppen, Anforderungen oder Erwartungen – haben einen Einfluss auf das Rollenverständnis und das Berufsethos von Lehrpersonen? Wann entstehen Rollenkonflikte, wie lassen sich diese lösen und wer kann dabei Unterstützung bieten? Sollte der Titel „Deutsch als Fremd-/Zweitsprache-Lehrer/in“ geschützt werden? Was ist mit muttersprachliche Laien, die (z.B. Geflüchteten) freiwillig DaZ-Unterricht erteilen oder Deutschlehrkräften, die nur als Erstsprachenlehrende ausgebildet sind, nun aber auch (oder gar vor allem) DaZ-Lernende unterrichten (müssen)? In der Schule schließlich sollten alle Lehrenden (auch in Fächern wie Biologie oder Geschichte) das Lernen von Deutsch als Zweit- und Bildungssprache fördern. Sind auch sie DaZLehrpersonen? Wie eng darf – oder muss – das Berufsleitbild definiert sein? Und was bedeutet das für den Lehrberuf und die Professionalisierung von Sprachkursleitenden?
 
Leitung: Klaus-Börge Boeckmann / PH Steiermark
 
Teilnehmende:
- Anna Maria Curci /  LEND (Lingua e nuova didattica), Rom
- Karin Ende / Goethe-Institut Casablanca
- Zeynep Kalkavan-Aydin / PH Freiburg im Breisgau
- Tanja Tajmel / Universität Berlin
- Christian Sinn / PH St. Gallen

Fachpodium 5: Hat der allgemeinsprachliche Deutschunterricht ausgedient?
Die Ausrichtung ‚Lehren und Lernen von Deutsch für den Beruf‘ boomt  sowohl im DaF- als auch im DaZ-Kontext. Wurde die ‚Sprache der Dichter und Denker‘ früher oft aus Interesse an deutscher Literatur und Kultur gelernt, scheint heute für den Erwerb des Deutschen eher die Attraktivität der amtlich deutschsprachigen Regionen als Wirtschafts- und Bildungsstandorte zu punkten. In diesem Podium soll diskutiert werden, warum heute (noch) Deutsch gelernt wird und wie sich der Trend hin zu Deutsch als Fach- und Berufssprache auf den allgemeinsprachlichen Deutschunterricht auswirkt. Was bedeutet diese Tendenz für die Entwicklung von Curricula, Lehr-/Lernmaterialien und Prüfungen, für die Forschung und Praxis sowie für die Lehrenden und Lernenden in verschiedenen Ländern und spezifischen institutionellen Kontexten? Wie hängen Allgemein-, Fach- und Berufssprache fachtheoretisch und unterrichtspraktisch zusammen? Welche Änderungen lassen sich gegenwärtig im Hinblick auf die Rolle von Deutschlehrer/innen erkennen? Welche Effekte kann diese Nützlichkeitsorientierung perspektivisch auslösen?
 
Leitung: Michal Dvorecky / Universität Wien
 
Teilnehmende:
- Matthias Jung / IIK Düsseldorf
- Christina Kuhn / Universität Jena
- Gabriela Marques-Schäfer / Universität Rio de Janeiro
- Barbara Schmenk / Universität Waterloo

Fachpodium 6: IDV-Podium: Verbandsarbeit und -vernetzung als Strategien zur Förderung der deutschen Sprache

Weltweit verzeichnet die Nachfrage nach Deutsch als Fremdsprache einen Aufwärtstrend. Doch während es in einigen Regionen einen grossen Aufschwung mit boomender Nachfrage gibt, steht Deutsch als zweite Fremdsprache nach Englisch in anderen Regionen in Konkurrenz zu Französisch, Spanisch, Russisch, Portugiesisch und anderen Sprachen. Begrenzte strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen der nationalen Bildungsinstitutionen sowie ein allgemein geringes Ansehen des Lehrberufes erschweren zusätzlich noch in nicht wenigen Ländern die Lage. Die Stärkung der Stellung des Deutschen als Fremdsprache ist daher vielerorts höchste Priorität der Bemühungen der Deutschlehrerverbände, die durch politische Überzeugungsarbeit viel dazu beitragen können.
Was ist der derzeitige Stand des Deutschen als Fremdsprache im Kontext einer erweiterten Fremdsprachenvermittlung weltweit? Wie können Verbände überzeugend für die deutsche Sprache werben? Über welche Möglichkeiten verfügen die Deutschlehrerverbände in ihren Ländern, sich bei wichtigen politischen Entscheidungen wirkungsvoll einzubringen? Welche Maßnahmen können hierbei ergriffen werden? Welchen Gewinn im Hinblick auf die Durchsetzung ihrer Anliegen könnte die Vernetzung mit anderen, in den jeweiligen Ländern aktiven Fremdsprachenverbänden bringen? Welchen Gewinn kann die Vernetzung mit anderen Deutschlehrerverbänden bringen? Welche Rolle kann der IDV als Dachverband spielen? Welche Best-practice-Beispiele für politische Lobbyarbeit liegen bereits vor und welche Probleme bzw. Grenzen können vorkommen? Diesen Fragen sollen Verbandsvertreter/innen und Repräsentanten des IDV im Fachpodium nachgehen.

Leitung: Geraldo de Carvalho / IDV-Schriftleiter, Brasilien

 Teilnehmende:
- Alvaro Camú / Chilenischer Deutschlehrerverband
- Irena Horvatic Bilic / Kroatischer Deutschlehrerverband
- Shinji Nakagawa / Verband der Deutschlehrenden in Japan
- Mamadou Ndiaye / Deutschlehrerverband Senegal
- Jan Paul Pietzuch / Norwegischer Deutschlehrerverband
- Alfia Zaripowa / Überregionaler Deutschlehrerverband Russland

 

Letzte Aktualisierung: 11.06.2017